Neben seiner Funktion, eine politische Absichtserklärung zu beschreiben, hat der EEE auch eine kalkulatorische Funktion: Er ist im Rahmen der »budgetneutralen Überleitung« (§92 d SGB XI) eine Art Zwischenergebnis: Die gesetzliche Rechenformel (§92 e SGB XI) führt zunächst zum EEE, von dem aus dann die neuen Pflegesätze ermittelt werden. Ein deutlich vereinfachtes Beispiel soll den Rechenweg und damit die Zusammenhänge erläutern:

Wenn eine Einrichtung an der Überleitung nach §92 d »teilnimmt« (zwangsweise, wenn sie vorher keine neuen Pflegesätze verhandelt hat), sind ihre Belegungssituation und ihre bisherigen Pflegesätze per 30.09.2016 entscheidend.

Pflegeentgelt

In einem ersten Schritt wird ein tägliches Pflegeentgelt ermittelt (unabhängig von Ein-, Auszügen und Fehlzeiten): Hierzu wird die Anzahl der Bewohner pro Pflegestufe mit dem jeweiligen Pflegesatz multipliziert. (Hinweis: In die Berechnung fließen diejenigen Bewohner ein, die Pflegestufe I oder höher haben, und jene, die keine Pflegestufe haben, aber denen eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz (EAK) nach §45a SGB XI bescheinigt wurde. Bewohner ohne Pflegeeinstufung und ohne EAK werden nicht einbezogen).

Im zweiten Schritt wird dieser Betrag »hochgerechnet auf einen Kalendermonat« – praktische Details hierzu äußert das Gesetz hierzu leider nicht. Es empfiehlt sich wohl, den Betrag dem Faktor 30,42 zu multiplizieren (365 Kalendertage gleichmäßig auf 12 Monate aufgeteilt und auf zwei Nachkommastellen gerundet). Möglicherweise werden einige Marktbeteiligte das anders sehen; am Ende bleibt festzuhalten, dass der Gesetzgeber keine konkretere Formulierung verwendete.

In unserem Musterbeispiel kommen wir so zu einem (theoretischen) monatlichem Pflegeentgelt von 207.653 €. Die hier vorgestellte Überleitungsformel wird deshalb »budgetneutral« genannt, weil sie impliziert, dass die Einrichtung auch nach der Umstellung auf Pflegegrade dasselbe monatliche Pflegeentgelt einnehmen wird wie für den September 2016 errechnet. Daher werden im dritten Schritt die im September ermittelten Bewohner anhand des einfachen / doppelten Stufensprungs (zu den Grundlagen) auf die neuen Pflegegrade übergeleitet:

Anteile

In unserem Beispiel werden 10 Bewohner ohne erhebliche eingeschränkte Alltagskompetenz (EAK) in den PG 2 übergeleitet. 20 Bewohner der PSt. I mit EAK werden in den PG 3 übergeleitet – zusammen mit den 30 Bewohner der PSt II ohne EAK.

Nachdem man auf diese Weise sozusagen die Überleitung per 1.1.2017 simuliert hat, kann errechnet werden, wie viel für diese Bewohner von der Pflegekasse gezahlt werden wird, so zum Beispiel für die 10 Bewohner im PG 1 jeweils 770 €.

Zieht man diese Leistungsbeiträge (§43 SGB XI) von dem in Schritt 2 ermittelten monatlichen Pflegeentgelt ab, bleibt jener Betrag übrig, der von den Bewohnern zu bezahlen ist.

Da künftig in den PG 2 bis 5 alle Bewohner denselben Eigenanteil zahlen müssen, teilt man diesen Betrag (im Beispiel 63.553 €) durch die Anzahl der übergeleiteten Bewohner (im Beispiel 100) und erhält den Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil von 653,35 €.

Dieser EEE ist aber nicht das eigentliche Ziel der Berechnung, er ist nur Zwischenschritt zu den künftigen Pflegesätzen. Aber er ist mehr als nur ein Zwischenergebnis, er ist unausgesprochen auch ein Wettbewerbsfaktor.

Tipp: Nutzen Sie unsere Pflegesatzkalkulator (Download), um diese Berechnungen für Ihre Einrichtung durchzuführen!